In der Jugend nimmt man die berufliche Weichenstellung nach der Schule oft nicht so ernst. Mit 58 Jahren erkennt man schnell, dass ein beruflicher Neuanfang ohne professionelle Hilfe ein hartes Stück Arbeit werden kann. Doch mit entsprechendem Einsatz lassen sich auch in dieser Lebensphase die Weichen noch positiv beeinflussen.
Gabriele Frigge begann nach Abschluss der Hauptschule eine Lehre als Friseurin, brach diese aber ab und hielt sich mit wechselnden Aushilfstätigkeiten über Wasser. Doch die Belastungen als Verkäuferin, Datentypistin, Zeitungsbotin oder Lageristin forderten mit den Jahren ihren Tribut. Die Knie waren den Anforderungen dieser bewegungsintensiven Arbeiten nicht mehr gewachsen, zwei Operationen und ein neues Kniegelenk folgten. Ein Grad der Behinderung von nunmehr 70 machte deutlich, dass es mit den bisherigen Tätigkeiten so nicht weitergehen konnte. Ein eigeninitiativ besuchter PC-Grundkurs sollte der erste Schritt in eine neue berufliche Richtung werden, doch viele Absagen und einen negativ beschiedenen Rentenantrag später war klar, dass hier Fachleute weiterhelfen mussten. Der zuständige Reha-Berater der Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See bot an, sich an den Integrationsfachdienst (IFD) in Hamm zu wenden. Von da an kam wieder Bewegung in die berufliche Neuorientierung. Mögliche Berufsperspektiven wurden erarbeitet, Bewerbungsunterlagen aktualisiert und optimiert sowie Kontakte zu möglichen Arbeitgebern hergestellt. Gabriele Frigge ließ sich dabei niemals unterkriegen und verfolgte das Ziel, beruflich wieder Fuß zu fassen, beharrlich weiter. Mit Erfolg. Über eine Zeitarbeitsfirma wurde sie bei einer Firma in einer Nachbargemeinde als Datenerfasserin eingesetzt, und nach nur zwei Monaten als Schwangerschaftsvertretung für weitere zwei Jahre eingestellt. Auch wenn die Einarbeitung und der ungewohnte Umgang mit dem PC ein schwerer Weg war, ist sie heute, ein halbes Jahr später, mehr als zufrieden mit der neuen Arbeit.