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Integration in Jordanien: Tipps aus Deutschland sollen helfen

Um sich über die beruflichen Perspektiven blinder und sehbehinderter junger Menschen in Deutschland zu informieren, besuchte der Schulleiter der „Arab Episcopal School“ (AES) aus Jordanien unlängst den Integrationsfachdienst (IFD) Gelsenkirchen. Pfarrer Samir Esaid nahm durch diesen Besuch neue Kontakte und Anregungen mit nach Hause.

Wie schwer es blinde und sehbehinderte Menschen in Jordanien haben, lässt sich durch die Infos auf der Internetseite der AES erahnen: Pfarrer Samir Esaid und sein Team informieren hier, dass Familien ihre Angehörigen, die nicht richtig sehen können, zu Hause verstecken – aus Angst, dass der Familienruf Schaden nehmen könnte. Die fehlende Integration in der jordanischen Gesellschaft war für den Pfarrer und seine Frau Sabah Zurikat der Anlass eine integrative Schule mit Kindergarten in Irbid (im Norden Jordaniens) zu gründen. Damit möchten sie Kindern und Jugendlichen Chancen bieten und zeigen, dass alle Menschen unabhängig von einer Behinderung ihren Platz in der Gesellschaft haben: „Durch die Klassen, in denen sich sowohl blinde, sehbehinderte als auch sehende Kinder befinden, wird die Toleranz und das Bewusstsein füreinander gefördert und somit hoffentlich in Zukunft eine Generation mit mehr Verständnis für alle Mitglieder der Gesellschaft geschaffen.“ Nachdem die Schule nun – 15 Jahre nach der Gründung – aus den Kinderschuhen entwachsen ist, bemüht sich Pfarrer Esaid darum, seinen Schülern auch berufliche Perspektiven zu erschließen.

Bisher kaum Berufsaussichten
Mit den Caritas- und IFD-Mitarbeiterinnen Claudia Lange und Daniela Kling hat er darüber gesprochen. Sie berichten: „Momentan haben in Jordanien junge sehbehinderte und blinde Menschen, die kein Studium absolvieren können, keine berufliche Perspektive und müssen lebenslang von Familienangehörigen versorgt werden.“ Gemeinsam hatten sie Pfarrer Esaid in Gelsenkirchen empfangen und ihm erklärt, wie die Integration und Berufsausbildung blinder Menschen in Deutschland funktioniert. Dabei sei es unter anderem um die Vorteile von Netzwerkstrukturen und das Berufsorientierungsverfahren STAR (Schule trifft Arbeitswelt) gegangen. „Zufällig konnten wir im IFD auch ein Treffen zwischen dem Pfarrer und dem Schulleiter einer Schule für sehbehinderte Schüler aus unserer Region arrangieren. Beide möchten in Kontakt bleiben“, freuen sich die IFD-
Mitarbeiterinnen.

Auf Spenden angewiesen
Die bischöfliche Diözese in Jerusalem sowie Spender aus Jordanien und dem Rest der Welt stemmen einen guten Teil der Schulkosten. Die sehenden Schüler bezahlen das volle Schulgeld, während die blinden Schüler nur ein sechzehntel der Kosten aufbringen müssen.

Weitere Informationen zum Integrationsfachdienst unter Trägerschaft der Caritas Gelsenkirchen finden Sie unter:

http://www.ifd-westfalen.de/ifd-ge

Infos zur Schule in Irbid gibt es unter: www.aeschool.org



Foto mi Pfarrer Samir Esaid

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