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2 Jugendliche stehen an einer belebten Straße.

Von der Schule in den Arbeitsmarkt

Von der Schule in den Arbeitsmarkt

Im Rahmen des STAR-Projektes unterstützen Fachkräfte des Integrationsfachdienstes (IFD) im Übergang Schule-Beruf (schwer-)behinderte Schülerinnen und Schüler (S’uS) mit den Förderschwerpunkten Geistige Entwicklung, Körperliche und motorische Entwicklung, Sehen, Hören und Kommunikation und Sprache bei der Berufswegeplanung. Die Begleitung beginnt bereits drei Jahre vor Schulentlassung und richtet sich an S‘uS an Förderschulen und allgemeinen Schulen mit Integrativen Lerngruppen (ILG) und Gemeinsamem Unterricht (GU).  Das Ziel der Begleitung ist, einen möglichst nahtlosen Übergang auf den ersten Arbeitsmarkt zu erreichen. Im Begleitungsprozess werden die wichtigen  Einschätzungen und Erfahrungen von Eltern, Lehrkräften und der Berufsberatung der Agentur für Arbeit hinzugezogen und durch die Fachkraft im Übergang Schule-Beruf gebündelt und mit den individuellen Wünschen und Bedürfnissen des Einzelnen abgestimmt.


Die Unterstützung gestaltet sich für die Schülerin und den Schüler wie folgt:

  • Organisation bzw. Durchführung einer Potentialanalyse zur Erstellung eines individuellen Interessens-, Fähigkeits- und  Leistungsprofils.
  • Unterstützung und Beratung von Schulen und Eltern bei der Berufsorientierung des jungen Menschen im Hinblick auf die festgestellten Ressourcen.
  • Unterstützung bei der Organisation, Begleitung und Auswertung von betrieblichen Praktika und dem Erkunden weiterer Berufsfelder unter Verwendung eines guten Netzwerkes von Betriebskontakten. 
  • Unterstützung bei persönlichkeitsbildenden Maßnahmen (Mobilität und soziale Kompetenzen).
  • Unterstützung bei der Vermittlung in Ausbildung und Beschäftigung unter Hinzuziehung möglicher Förderinstrumente für den Arbeits- oder Ausbildungsbetrieb.
  • Beratung beim Antragsverfahren zur Feststellung einer Schwerbehinderung.

Ein gutes Beispiel aus der Praxis:

Die türkischstämmige Schülerin - Frau Baris - besucht  eine Schule mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung. Die Berufswegeplanung wurde  mit einer Potentialanalyse unter Verwendung des Verfahrens hamet e angestoßen. Damit wurden Stärken und Entwicklungspotentiale festgestellt. Im Anschluss an die Potentialanalyse wurde, wie bei allen anderen Schülerinnen und Schülern, eine Berufswegekonferenz -  eine Art runder Tisch -  organisiert. Beteiligt waren neben der Schülerin die Eltern, Lehrerinnen und Lehrer, die Rehaberatung der Agentur für Arbeit und die Fachkraft im Übergang Schule-Beruf des Integrationsfachdienstes. Alle Kooperationspartner waren sich einig, dass die junge Schülerin weitere Berufsfelder kennen lernen sollte. In der Folge erprobte sie sich im Rahmen des STAR-Moduls Berufsfelderkundung in den Berufsbildern Maler, Hauswirtschaft sowie Verkauf.  Die Organisation übernahm die IFD-Fachkraft im Übergang Schule-Beruf. In der darauf folgenden zweiten Berufswegekonferenz stellte sich heraus, dass ein Praktikum im Einzelhandel angestrebt werden sollte. Nach guter Vorbereitung wagte die junge Frau diesen Schritt und bemühte sich selbständig bei der real,-SB-Warenhaus GmbH um einen Praktikumsplatz als Verkäuferin im Bereich Textil. Frau Baris ist engagiert und mit viel Freude bei der Arbeit. Schwächen im sprachlichen Bereich kann sie durch ihr umsichtiges Verhalten und angenehmes Wesen ausgleichen. Die Teamleitung der Textilabteilung möchte sie im Betrieb behalten.

Frau Baris wollte gerne weitere praktische Erfahrungen sammeln. Ermöglicht wurde dies durch ein Langzeitpraktikum an zwei Tagen in der Woche bis zur Schulentlassung im Sommer 2013. Im Ergebnis erhielt die junge Frau einen unbefristeten Arbeitsvertrag bei der real,- SB Warenhaus GmbH. Sie sortiert die Ware, holt neue aus dem Lager, verteilt sie und zeichnet sie aus. Die Arbeitsabläufe sind so abgestimmt, dass sie einerseits den betrieblichen Anforderungen entsprechen und Frau Baris sich andererseits individuell mit ihren Fähigkeiten gut einbringen kann. Die  IFD-Fachkraft  berät das Handelsunternehmen über mögliche finanzielle Hilfen. In Frage kommen eine Einstellungsprämie und laufende monatliche Leistungen nach dem Sonderprogramm „aktion5“ (Verlinkung zu aktion 5 Seite) sowie eine Förderung durch das Jobcenter.

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